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An die Mitglieder der Ev. Akademie Arnsberg e.V.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder der Evangelischen Akademie!

Mit Spannung und Vorfreude- wie es sich zur österlichen Zeit gehört- blicken wir auf die Veranstaltungen, die Ev. Akademie Arnsberg für die nächste Zeit vorbereitet hat. Im Vordergrund steht dabei natürlich die Veranstaltung mit Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolfgang Huber. Wachsende Wirtschaft und zunehmende Gerechtigkeit?! – Wenn Unternehmen Verantwortung übernehmenMittwoch, 11. Juni 2014, in der Auferstehungskirche, Neumarkt
Eintritt: 8,-- €/ für Mitglieder: 5,--€

Prof. Dr.Dr. h.c. Wolfgang Huber

Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber war Ratsvorsitzender der Ev. Kirche in Deutschland, Mitglied im Ethikrat der Bundesregierung und Bischof der Ev. Kirche von Berlin-Brandenburg- Schlesische Oberlausitz. Es ist gelungen, mit ihm eine der profiliertesten Stimmen des deutschen Protestantismus, besonders zu ethischen Fragestellungen, nach Arnsberg einzuladen. Er wird an diesem Abend zu wirtschaftsethischen Fragen sprechen.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten Jahre schärft den Blick dafür, wie wichtig es ist, die Balance zwischen moralischen Werten und ökonomischen Zielsetzungen zu halten. Daraus ergeben sich ethische Fragestellungen: Wie können Unternehmen in ihren jeweiligen Kontexten Verantwortung übernehmen und ihrer Verantwortung gerecht werden? Nach welchen Kriterien kann wirtschaftliches Handeln so gestaltet werden, dass Wachstumsimpulse zugleich soziale Gerechtigkeit mitgestalten?

Man darf bei dieser Veranstaltung gespannt sein auf die Replik von Friedrich Merz wie auch auf die „Biographische Befragung“ durch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Laurentianum.

In der Mitgliederversammlung am wurde u.a. beschlossen, Ausweise für die Mitglieder der Akademie auszustellen. Frau Scholz, unsere Schriftführerin und Kassiererin, hat sie mit großem Engagement hergestellt. Sie sind diesem Rundbrief beigefügt. Der Mitgliedsausweis berechtigt zu ermäßigtem Eintritt, z.B. bei der besonderen Veranstaltung mit Wolfgang Huber.

Auch auf die weiteren Veranstaltungen dieses Jahres darf man sich jetzt schon freuen. Sie finden alle Veranstaltungen im beiliegenden flyer aufgeführt. In diesem Jahr wird besonders zweier Kriege und einer –friedlichen!- Wiedervereinigung gedacht: „1914 – 1939 – 2014: Spuren der Kriege – Erinnerungen und neue Hoffnungen“. Im Rahmen dieser Vortragsreihe in Arnsberg und Sundern möchte ich Sie besonders hin weisen auf den Vortrag von Frau Dr. Meteling, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Marburg:

„Von der Kriegserfahrung zum Kriegsgedenken. Deutsche, Briten und Franzosen und der Erste Weltkrieg“

Der Erste Weltkrieg ist in Deutschland längst zu einem rein historischen Ereignis geworden, das die Gemüter wenig bewegt. In Großbritannien und Frankreich dagegen spielt der Great War, die Grande Guerre nach wie vor eine herausragende Rolle im öffentlichen Bewusstsein. Warum ist das so und wie kam es dazu? Ausgehend vom Weltkriegsgeschehen selbst zeichnet der Vortrag nach, warum die Erinnerung an ihn in Deutschland so schwierig war, welche Rolle er für den Aufstieg des Nationalsozialismus spielte, wie die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges den Ersten Weltkrieg überlagerte und warum die Fischer-Kontroverse in den 1960er Jahren die letzte große, geschichtspolitische Kontroverse zum Ersten Weltkrieg in der Bundesrepublik war. Der Vortrag schlägt den Bogen bis zur Gegenwart und erklärt die großen Unterschiede im Umgang mit dem Kriegsgedenken in Deutschland, Großbritannien und Frankreich.

Freitag, 21. 11. 2014, 19.00 Uhr, Rittersaal, Arnsberg



Vielleicht sehen wir uns bei dieser oder einer anderen Veranstaltung. Der Sommer liegt ja noch vor uns.

Ich wünsche Ihnen eine heilfrohe Osterzeit, einen guten Sommer und Gottes reichlich fließenden Segen!

Volker Hostmeier

Weihnachtsbrief 2013

An die Mitglieder der Evangelischen Akademie

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder!

Es ist ein Ros‘ entsprungen….
Dieses sanfte, starke Lied erklingt nun wieder oft in der Advents- und Weihnachtszeit. In dieser getragenen Melodie singt es seit vielen Jahrhunderten von der Hoffnung, die trägt. Weihnachten ist ja so etwas wie das Zeitalter der Hoffnung: die Hoffnung nimmt Gestalt an, ein Kind, die menschgewordene große Hoffnung auf zwei kleinen Beinchen. Hoffnungszweige schmücken unsere Wohnungen. Und es gibt diese Lieder der Hoffnung.
Worauf ruht unsere Hoffnung? Man sagt so oft: „Die Hoffnung ruht auf –dem Elfmeterschützen; wahlweise dem Torwart, auf dem Kontinentalhoch, das Kälte mit sich bringt und Schnee, auf dem neuen Medikament, der Rentenerhöhung…. Ach! Denn Hoffnung ist, so glaube ich, gar nicht etwas, das ‚ruht‘, sondern: Hoffnung bewegt, belebt, bewirkt, beschwingt, beflügelt…etwas sehr Aktives! Gerade auch die bewegenden Worte, die Jesaja und andere Propheten gerufen haben, wollen aufrichten und ermutigen, geben Perspektive und Aussicht in hoffnungsloser Zeit.
Solche Zeiten kennen wir doch auch: Da ist Torsten in der neuen Schule, schon dreimal gab es eine „Sechs“. Dabei lernt er doch und müht sich. Aber es heißt: hoffnungsloser Fall- da wird nichts mehr! Oder die alte Frau Möhrke: seit ihrem letzten Schlaganfall ist sie halbseitig gelähmt, kann nicht mehr sprechen, kaum noch schlucken. Da lässt man schnell die Köpfe hängen, das letzte Fünkchen Hoffnung versinkt. Doch Jesaja sagt: Da wird noch was! Es kommt eine Zeit, in der kommt Gott. Und mit ihm wird alles neu.
Das ist der Hintergrund, wenn es in dem Weihnachtslied heißt: „…wie uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art!“. Es verweist damit auf die Überlieferung der Alten; sie haben ihre besondere Aufgabe und Bedeutung. Und es schlägt den Bogen von den alten Worten der Erwartung des Propheten hin zu dem Kind, in dem Gott Mensch wird. Die Hoffnung des christlichen Glaubens wurzelt in der Verheißung für den König David, die für den jüdischen Glauben tragend ist. Dazu gebraucht der Prophet Jesaja solch starke Bilder wie das von dem kleinen zarten Wurzeltrieb, der wieder neu ausschlägt. Nach dem Kyrill-sturm gab es in unseren Wäldern viele Baumstümpfe. Sie sahen aus wie abgestorben, verdorrt. Ähnlich hoffnungslose Fälle. Und doch: gelegentlich war hier und da zu entdecken, wie ein kleiner Trieb aus dem umgestürzten Baum trieb. Sehr klein, die Blätter ganz zart. Ein Wunder des Lebens, der Hoffnung, die nicht kleinzukriegen ist. Ganz fest war dieser Trieb mit dem Stamm verbunden. Dieses Bild ist der Hintergrund für unser Weihnachtslied, das in der sanften leisen Melodieführung dem kleinen Trieb gleicht.

Zu Weihnachten können wir uns mit diesem Lied, mit diesem Bild, mit dieser Verheißung vergewissern, worin unsere Hoffnung gründet und wurzelt. Gott fängt von unten her an- wie mit den kleinen feinen Wurzelhaaren. Gott fängt klein an – im unscheinbaren Trieb, im kleinen Kind. Und Gott kommt groß raus! Das wendet alle sogenannten hoffnungslosen Fälle und macht sie zu Menschen, die wieder Hoffnung in sich bergen können. Das ermutigt und regt an und motiviert von neuem. Solche Hoffnung hat Wirkung. Diese ungeheure Kraft des Lebens, die in dem Bild von dem Trieb, der neu ausschlägt, strahlt aus in unser Hoffen und Glauben. Es lässt solche Melodien des Lebens in uns summen, die nicht mehr verklingen und weiter reichen als nur zur Weihnachtszeit.

Liebe Mitglieder der Ev. Akademie,

ich wünsche Ihnen eine hoffnungsvolle Weitsicht auf die nächste Zeit, eine fest gegründete Hoffnung, die Ihrem Leben Kraft gibt und eine Hoffnung, die Ihre Wünsche zum Blühen bringt.

Auf zwei Veranstaltungen darf ich Sie bei dieser Gelegenheit hinweisen: Natürlich die Veranstaltung mit Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber, ehemaliger Ratsvorsitzender der EKD, am Mittwoch, den 11.Juni 2014, 19.00 Uhr in der Auferstehungskirche. Dieser Abend sollte fest in Ihrem Kalender vermerkt sein.

Die Mitgliederversammlung am Donnerstag, den 20. Februar 2014, 19.00 Uhr. Dort wird es u.a. auch um neue Mitgliederausweise gehen, die für solche Veranstaltungen wie mit Wolfgang Huber zu einem ermäßigten Eintritt berechtigen. Ich hoffe, Sie dort zu treffen! Oder bei einer anderen Gelegenheit, die es hoffentlich noch reichlich geben wird. Ich wünsche Ihnen von der Evangelischen Akademie Arnsberg ein frohes, frohmachendes und hoffnungstiftendes Weihnachtsfest und ein gesegnetes Neues Jahr voller Glück!

Mit herzlichen Grüßen

Volker Hostmeier

Mitgliederversammlung

Die Mitglieder der Ev. Akademie konnten bei ihrer Versammlung zufrieden auf das Jahr zurückblicken: interessante Angebote und Veranstaltungen  im vergangenen Jahr mit gutem Zuspruch, Aktivitäten, die zur Erstellung einer homepage führten, geordnete Finanzen und Ausblicke auf das kommende Jahr ließen alle zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Mitgliederversammlung am 08. November 2012

Weihnachtsbrief 2012

An die Mitglieder der Evangelischen Akademie

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder!

Wie finden Sie Josef?
Nicht irgendeinen, sondern den Josef aus der Weihnachtsgeschichte. Es gelingt gar nicht schnell, sich eine Meinung zu ihm zu bilden. Auch auf den Bildern der alten Meister muss man ihn erst suchen. Es ist gar nicht einfach, ihn zu finden. Meist steht er im Hintergrund oder daneben. Seine wichtigste Aufgabe ist, Geschenke entgegen zu nehmen. Beim Einüben eines Krippenspiels ist die Besetzung der Josef-Rolle oftmals ganz schwierig. Wer will schon als Junge neben einer Maria sein, die lang und schlaksig ist, und die anderen Jungs feixen und kichern?? Josef hat es nicht einfach. Im Krippenspiel und in der biblischen Geschichte von der Geburt Jesu auch nicht. Dabei können wir einiges von Josef erfahren:
Josef- eine Randerscheinung
In den Darstellungen der Geburt Jesu ist Josef, wenn überhaupt im Bilde, ganz an den Rand gerückt. Das Geschehen dreht sich nicht um ihn. Er ist nicht der Mittelpunkt. Er ist nicht Herr im Haus. Für manche Männer ist es schwierig, „nur“ eine Nebenrolle auszufüllen. Josef macht auf ganz moderne Weise deutlich, wie Männer auch mit solch einer Rollenveränderung ihren Platz finden. Ganz ohne Quote, aber mit viel Selbstvertrauen. Und Josef füllt diese Nebenrolle aus! Im Film würde er vielleicht den „Oscar“ für die beste Nebenrolle erhalten: er erregt Aufsehen mit seiner Vaterschaft, die doch keine ist. Josef stellt mit seiner Person die Frage nach der Vaterschaft Jesu. Man hat ihn gerne als alten Greis dargestellt, einer, der jenseits von Gut und Böse ist, dem nichts mehr und dies erst recht nicht zuzutrauen ist. Josef verkörpert all die Zumutungen, die die Weihnachtsgeschichte an unser Denken und Glauben stellt.
Josef bleibt dabei
Natürlich- und die Bibel beschreibt es in der Geburtsgeschichte des Matthäus sehr eindrücklich- hat sich Josef mit den Gedanken getragen, Maria einfach still und heimlich sitzen zu lassen und sich zu verdrücken. All dieses Getuschel und Gerede – wer käme da nicht auf die Idee? Doch Josef bleibt, auf höhere Anordnung sozusagen. Er bleibt dabei. Darin kann der Josef der Weihnachtsgeschichte auch heute ein gutes Vorbild sein: viele Schwangerschaftskonflikte wären leichter, Gesetze zum Schutzdes ungeborenen Lebens müssten gar nichts beschlossen werden, Leben wäre geachtet. Es bleibt dabei: indem Josef bleibt, übernimmt er Verantwortung für Maria und das ungeborene Kind. Josef wird der schützende und fürsorgliche Begleiter Marias. In ihm finden all die einen Bruder, die ebenfalls ihre Verantwortung wahrnehmen wollen.
Josef- ein Traummann
An allen entscheidenden Wendepunkten der Weihnachtsgeschichte nach Matthäus bekommt Josef –wie die drei Könige- im Traum eine neue An-Weisung Gottes. Josef ist einer, der seinen Träumen traut! Und darin auch Gott vertraut. Er ist nicht der große Macher, der alles selbst bestimmt. Er lässt sich vielmehr leiten –durch Engelswort und Traumbotschaft. Auch darin unterscheidet sich vom patriarchalischen Männergehabe, wie Josef seine Rolle ausfüllt: Dienend, schützend, fürsorglich. Er steht auf und handelt nach Gottes Weisung. Insofern ist Josef –in ganz anderem Sinne- wirklich ein Traummann.
Josef- gebenedeit unter den Männern
Josef tritt bald nach der Geburt Jesu ab von der Bühne der biblischen Geschichten und führt sein alltägliches, unbeschriebenes Leben weiter. Aber eins bleibt mir noch wichtig von diesem Josef: Wenn der erwachsene Jesus über Gott spricht, den Unnennbaren, den Unbeschreiblichen und Unbegreiflichen, dann spricht er oft von seinem Vater im Himmel. Dabei wird, so vermute ich, ihm natürlich auch sein irdischer Vater –Josef- vor Augen gestanden haben. Wenn der erwachsene Jesus Gott als einen beschreibt, der vergibt und seine Kinder liebt, dann wird er sich daran erinnert haben, wie Josef ihn geliebt hat, wie er ihm in die Arme gestürzt ist oder wie Josef ihm über den Kopf gestreichelt hat. Wenn Jesus später von Gott, dem Vater spricht, dann steht als Bild und als Erfahrung Josef im Hintergrund: ein Vater der sich zuwendet und sich liebevoll anreden lässt. Dazu ermutigt uns Jesus, und bei jedem „Vaterunser“ wird etwas davon ausgedrückt.
Das kann der unentdeckte Anteil sein, den Josef in der Weihnachtgeschichte hat. Es fällt dann leicht, ihn zu finden. Er erscheint als ein Mann mit einem geradezu modernen Rollenverständnis. Als einer, der das Leben schützt, selbst unter schwierigen Bedingungen. Als jemand, der sich leiten lässt, auch wenn seine eigenen Pläne durchkreuzt werden. Einer, der aufsteht und handelt, der seinen Platz findet und seine Aufgabe ausfüllt.

Liebe Mitglieder der Ev. Akademie Arnsberg,
im vergangenen Jahr konnten wir in vielen Veranstaltungen neue Impulse bekommen, bereichernde Eindrücke sammeln, Neues entdecken. Vielleicht ist dies auch mit einer so bekannten wie beliebten Geschichte möglich wie der Weihnachtsgeschichte. Josef als Urbild eines Mannes Gottes mag uns Männern wie Frauen dabei helfen.
Ich freue mich auf weitere interessante Veranstaltungen im kommenden Jahr und darauf, Sie dabei womöglich zu begrüßen. Ich wünsche Ihnen von der Ev. Akademie Arnsberg ein frohes, frohmachendes Weihnachtsfest und ein gesegnetes Neues Jahr voller Glück!
Mit herzlichen Grüßen

Evangelische Akademie Arnsberg