Rückblick 2018

Hörst Du mir eigentlich zu, Martinus?

Die Tischrede der Katharina von Bora
Eine Inszenierung von und mit Jutta Juchmann

„Ich muss mir den Doktor anders gewöhnen, auf das er`s macht, wie ich will!“ diesen Vorsatz fasste Katharina von Bora bereits kurz nach der Hochzeit. Damit hatte sie Erfolg. Nannte Dr. Martinus Luther sie doch „mein Herr Käthe“ und fügte hinzu, der Mann solle der Herr im Hause sein – „wenn die Frau nicht daheim ist“.

Käthe verwandelte das kalte Kloster in ein Heim, den Friedhof in einen Obst- und Gemüsegarten sowie den abgezehrten Martinus in einen gut genährten Mann. Sie lud ihre Nachbarinnen zum Selbstgebrauten ein, vertrieb ihrem Gatten die schwarzen Gedanken und linderte seine Gallenkoliken mit einem Trunk aus Knoblauch und Pferdeäpfeln, ob es ihm schmeckte oder nicht.

Hören Sie, was Katharina von Bora erzählt vom Alltag, von Pflaumenbäumchen und vom Eheleben der Luthers. Von Dingen, die mal gesagt werden mussten und doch von Scholaren niemals niedergeschrieben wurden …


Freitag, 04.05.2018, 19.30 – 21.45

Inszeniert von Jutta Juchmann, Arnsberg

Ort: Arnsberg, Auferstehungskirche, Neumarkt 3

Wir arbeiten zusammen:

Eine Veranstaltung des katholischen Bildungswerk Arnsberg-Sundern e.V. - in Kooperation mit der evangelischen Akademie Arnsberg e.V.

Luther und die Politik.....

Luther und die Politik.
Bedeutung und Auswirkung der Reformation für politisches Handeln heute

Als kleine Nachlese zum Reformationsjubiläum sollen Ansätze bzw. Anregungen des Reformators zum Thema der politischen Verantwortung aus einer Perspektive dargestellt und diskutiert werden, die nicht von vornherein mit der sog. Zwei-Reiche-Lehre verknüpft ist.
Es geht um die Frage, was jedem Menschen als ureigenes Recht zukommt, so wie sie heute vor allem in der Debatte um die politische und soziale Gerechtigkeit gestellt wird. Diese Grundlage erlaubt es, politische und soziale Rechte und Institutionen sowie Orientierungen (vor allem für politisch Verantwortliche) zu beurteilen, zu erweitern oder zu modifizieren.
Sind die Überlegungen des Reformators Anlass für die immer wieder beklagte lutherische Obrigkeitshörigkeit gewesen? Oder lassen sie sich heute auch anders verstehen?

Eine Veranstaltung der Evangelischen Akademie Arnsberg

Donnerstag, den 19.April 2018, 18.00 Uhr,

Forum Peter Prinz Bildungshaus, Ehmsenstr. 7, Arnsberg

Referent: Prof. Dr. Chr. Frey, Bochum


Wir arbeiten zusammen:


Rückblick: Luther und die Politiik

Rückblick zur Veranstaltung: Luther und die Politik
Mit Prof. Christofer Frey, Bochum am 19. April 2018

Wenn jemand der Meinung war, nach dem Jahr des Reformationsjubiläums und aller möglichen -und unmöglichen- Darstellungen, Betrachtungen und Vorträgen zu Luther und seiner Wirkung gäbe es nichts Neues – der wurde bei dieser Gelegenheit eines Besseren belehrt.
Christofer Frey, emeritierter Professor für Ev. Systematische Theologie/Sozialethik an der Ruhr – Uni Bochum, verstand es, mit einprägsamen Beispielen aus den Texten Luthers noch unbekannte Seiten hervorzuheben.
So denkt man bei „Luther und die Politik“ an die Trennung von staatlicher und kirchlicher Gewalt, an Untertanenhörigkeit. Aber eine ganz andere Sicht bietet die Gemeindeordnung von Leisning bei Leipzig, die Luther entworfen hat. Hier sind beide „Regimenter“ der zwei Reiche zusammengebunden und nehmen Verantwortung gemeinsam wahr. Mit der Verwaltung des „gemeinen Kastens“, der Armenfürsorge, war eine Sozialordnung entworfen, die im Unterschied zur „Zwei-Reiche-Lehre“ von der Kirche umgesetzt wurde.
An anderen Beispielen wie der Auslegung Luthers zum Lobgesang Marias, dem Magnificat in Lk. 1, konnte Prof. Frey zeigen, wie aus der biblischen Fundierung eine Ausrichtung entstand, die Partei für die Armen ergriff und deren Möglichkeit zur Teilhabe einforderte. Dabei galt für Luther die Maxime des Friedens, der größer ist und wirkt -ganz im Unterschied zu seinen anderen Äußerungen wie gegen die Bauern. Von einer anderen Bibelstelle, dem Einschreiten des Propheten Nathan gegen den König David (2. Samuel 12), und der Auslegung Luthers ausgehend beschrieb Prof. Frey eindrücklich, wie Luther hier Distanz zu den Mächtigen begründet und in der Folge einen „Fürstenspiegel“ zur Beurteilung der staatlichen Gewalt als kritische Instanz entwirft.
Mit einer Fülle neuer Eindrücke und bereichert durch weitere Einsichten in das Wirken des Reformators konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Abend nach Hause gehen. Es gibt noch viele wenig bekannte Seiten an Martin Luther zu entdecken!

Christen und Muslime

Prof. H.M. Barth, Marburg

Christen und Muslime- was verbindet uns; was unterscheidet uns?

Ein Beitrag zum interreligiösen Dialog

Christen und Muslime wohnen nebeneinander, arbeiten miteinander, leben zusammen in einer Stadt. Dabei wissen wir oft nicht viel über einander, auch nicht über den jeweiligen Glauben, der oft so trennend wirkt.

Prof. Dr. H.-M. Barth, emeritierter Religionswissenschaftler aus Marburg, begibt sich mit uns auf eine erstaunliche Spurensuche. Er beschreibt das Vorhaben so:

Was verbindet Christen mit Muslimen? Es ist mehr, als wir uns dessen normalerweise bewusst sind. Es lohnt sich darüber nachzudenken! Nach einem Referat über dieses Thema diskutieren wir, wie wir unsere Wahrnehmung schärfen und erweitern können. In einem zweiten Teil des Abends werden wir uns einige klassische Stellen des Korans exegetisch und meditativ vor Augen führen (etwa Sure 1, Lichtvers, Thronvers). Gesprächsweise werden wir versuchen, uns über Nähe und Distanz dieser Koran-Aussagen zur biblischen Tradition klar zu werden.

Prof. Dr. H.-M. Barth, Marburg

Donnerstag, den 08. März 2018, 18.00 Uhr

Ort: Bürgerzentrum Bahnhof

Wir arbeiten zusammen:


Rückblick "Christen und Muslime

Rückblick „Christen und Muslime – was verbindet uns; was unterscheidet uns?“ mit Prof. H.-M. Barth, Marburg

Der Saal im Bürgerzentrum Bahnhof Arnsberg war gut gefüllt, als Prof. H.-M. Barth, systematischer Theologe und Religionsphilosoph, mit seinem Vortrag zu Christen und Muslimen das Interesse der Zuhörenden weckte. Er zeigte auf, dass es zwischen beiden Religionen starke Verbindungslinien gibt: beide gehen von einem Gott aus, der sich den Menschen offenbart; beide sind eine Religion der Schrift, in beiden spielt die Nächstenliebe eine große Rolle und mehr. Natürlich wird man sogleich auch der Unterschiede gewahr, die sich herausgebildet haben.
Prof. Barth blieb dabei nicht nur im theoretischen Vergleich. Er berichtete anschaulich vom „Runden Tisch der Religionen“ in Marburg. Im interreligiösen Dialog kommt es darauf an, miteinander ins Gespräch zu kommen. Daher ist als einziger Mangel dieses Abends zu verzeichnen: wir hätten uns sehr Teilnehmende und Gesprächspartner muslimischen Glaubens gewünscht.
Die Ev. Akademie hat in der Vergangenheit eine Reihe von Veranstaltungen angeboten, die den interreligiösen Dialog pflegt: Besuch des Hindu-Tempels, Begegnung mit der koptischen Kirche (P. Damian), zum Gespräch Christen – Muslime (M.Khorchide) – Juden (in 2015) und setzte mit dieser Veranstaltung die Reihe fort, mit anderen Religionen ins Gespräch zu kommen.

MARTIN LUTHERS TESTAMENT

Luthers Testament

(Evangelische Kirche in Deutschland)


Eine Veranstaltung in der Reihe „Luther lesen“

Schon als junger Seelsorger hatte Luther seiner Gemeinde einen guten Rat für ein "seliges Sterben" gegeben: man solle beizeiten seinen Nachlass regeln und ein Testament verfassen.

Diesem Ratschlag folgte er selber, als er an Epiphanias 1542 im Beisein seiner besten Freunde seinen Letzten Willen handschriftlich niederlegte - was diese ebenfalls schriftlich bezeugen.

Diese vier Seiten von Luthers Hand (und die Bezeugung) haben sich bis heute im Original erhalten. Eine Lektüre dieses Dokuments lohnt allemal.
Es ist keinesfalls ein trockener Text: selbst in diesem "juristischen" Dokument kann er seine Theologie und seine Sprachkraft nicht verleugnen.

Wer sich für das Erbrecht (damals und an sich) interessiert und wer mitbekommen möchte, wie aus einer Vernunftheirat eine innige und berührende Liebe wurde, ist herzlich eingeladen, unter der Anleitung von Carl-Ernst Kattwinkel dieses Dokument gemeinsam zu lesen.

Pfr. i.R. Carl-Ernst Kattwinkel, Neheim

Sonntag, den 4. Februar 2018 um 17.oo Uhr

Im Gemeindehaus Christus-Kirche Burgstraße/Gransauplatz

Eine Veranstaltung der Ev. Kirchengemeinde Neheim

Rückblick Luthers Testament

Veranstaltung vom 04.02.2018 mit Pfr. i.R. C.-E. Kattwinkel

Nach einem Jahr des Reformationsjubiläums mit allerlei Veranstaltungen, Vorträgen, Ausstellungen, Beiträgen und vielen ‚Events‘-auch mitunter ‚Lutherallalla‘ genannt- möchte man meinen, dass es keinen Bereich gegeben hat, der noch nicht einer näheren Betrachtung unterzogen worden wäre. Umso mehr waren die etwa 30 interessierten Teilnehmer überrascht, dass mit „Luthers Testament“ doch ein noch etwas unbekanntes Thema in den Mittelpunkt gerückt wurde.

Dabei verstand es der Referent, Pfarrer i.R. Kattwinkel, in glänzender Weise, sowohl den zeitgeschichtlichen Hintergrund zu beleuchten, als auch die besondere menschliche Seite des Reformators darzustellen. Luther fand schon früh – im „Sermon von der Bereitung zum seligen Sterben“-, dass es eine sinnvolle und vernünftige Hilfe sei, beizeiten zu regeln, was nach dem Tode mit der eigenen Hinterlassenschaft zu tun sei. (Um Frieden zu halten und „Urlaub vom Geld“ zu haben). Diese Einsicht hält sich bis heute.

Eine bedeutende Besonderheit der damaligen Zeit war, dass Luther seiner Frau Katharina die Vormundschaft über seine Kinder übertrug. Für seine Zeit eine geradezu umwerfende Maßnahme, die viel über die Wertschätzung der Frau aussagt, wenn Luther schreibt: „ denn ich halt, das die Mütter werde yhrer eigen Kinder der beste fürmünde sein, vnd solch gütlin vnd leibgedinge nicht zü der Kinder schaden oder nachteil, sondern zü nütz vnd besserüng braüchen, al die yhr fleisch vnd blüt sind und sie vnter yhrem hertzen getragen hat.“ Eine Verfügung übrigens, die schnell nach Luthers Tod die Juristen des Kurfürsten wieder kassierten…..

Mit dem Testament Luthers konnte C.-E. Kattwinkel sehr schön auch die angenehme menschliche Seite Martin Luthers herausstellen: Ein fürsorglicher, klarsichtiger Mann, der oftmals sich dem Tode nahe fühlte, selten so vorausschauend wie bei seinem Testament. In seinem Testament spricht die liebevolle Beziehung zu seiner Frau aus der Begründung: „…das sie mich als ein from, trew,ehlich gemalj, allzeit lieb, wird und schon gehalten….“
Ein gelungener Nachklang zum ‚Luther-Jahr‘!

Evangelische Akademie Arnsberg