Rückblick 2012

Bibelseminar


Was Christen wichtig ist - Das Glaubensbekenntnis

In vielen Kirchen weltweit wird es Sonntag für Sonntag gesprochen, das Apostolische Glaubensbekenntnis. Es ist ein ganz besonderer Moment, wenn die gottesdienstliche Gemeinde aufsteht und sagt, was sie glaubt, was sie hofft, wovon sie lebt.
Die drei Artikel dieses alten Bekenntnisses haben sich uns tief eingeprägt. Aber erleben wir nicht immer wieder, dass wir innerlich stocken, dass wir manchen Satz nur zögerlich sprechen, vielleicht sogar schweigen?
Was bedeuten diese Worte? Sind wir noch zu Hause in dem, was wir da bekennen? Ist das die Wahrheit, die für mich gilt? Oder bauen diese uralten Formulierungen eher Hindernisse auf für meinen Glauben? Was heißt überhaupt Glauben - ich glaube an Gott, an Jesus Christus, an den Heiligen Geist?
Es lohnt, darüber gemeinsam nachzudenken. Warum haben die Christen in den ersten Jahrhunderten so formuliert und nicht anders? Was ist unaufgebbar? Sind alle Sätze gleich wichtig? Wie könnten wir im 21. Jahrhundert sagen, was unser Christsein ausmacht?

Gesprächsleitung: Pfarrerin i.R. Sabine Haussner, Pfarrer i.R. Volker Horstmeier,
Hannegret Schröder


Jeweils Donnerstag, Beginn 19:00 Uhr
entgeldfrei
Gemeindehaus an der Erlöserkirche, Ehmsenstraße 23, Arnsberg

Bibelseminar 2012

Rückblick auf drei Abende zum Glaubensbekenntnis


Zunächst bekam die Teilnehmerrunde einen Einblick in die Zeit, in der das Apostolische Glaubensbekenntnis entstand, die Zeit des Hellenismus, in der sich die jungen Christen einerseits gegen den Anspruch des römischen Kaisers abgrenzen mussten, andererseits gegen religiöse Strömungen, die sich ihrerseits als christlich verstanden wie z.B. die Gnosis. Diese Auseinandersetzungen sind in den Formulierungen des Apostolikums spürbar. Wenn es z.B. heißt: „Ich glaube an Gott, den Allmächtigen“ oder „an Jesus Christus, unseren Herrn“, ist das eine klare Aussage gegen die Vergöttlichung des Kaisers. Gegen die Leibfeindlichkeit der Gnosis wurde betont: Jesus hatte nicht nur einen Scheinleib, wie die Gnostiker glaubten, er hat gelitten, wurde gekreuzigt und begraben, er war wirklich ein Mensch. In Abgrenzung zum Gedankengut der Gnosis geriet das, was Jesus gesagt hatte, wie er gelebt hatte, in den Hintergrund, andere Aussagen waren jetzt wichtig und wegweisend.
Diese Beispiele zeigen, wie stark die Sätze eines Glaubensbekenntnisses in Auseinandersetzung mit der Zeit und ihren Problemen entstehen.

In unserem Gesangbuch stehen weitere Bekenntnisse, auch solche, die viel später entstanden, z.B. das Augsburger Bekenntnis (1530) oder die Barmer Erklärung (1934) oder die Leuenberger Konkordie (1973). Schon aus diesen Beispielen wird ersichtlich: Die Formulierung des Glaubens ist nie abgeschlossen. So fanden die Teilnehmer auch ganz neue Texte, die im Gottesdienst gelegentlich als Glaubensbekenntnis gesprochen werden. Einige wurden laut gelesen und mit dem Apostolikum verglichen.

Im Gottesdienst, so war sich die Gruppe einig, werden neue und alte Bekenntnisse ganz unterschiedlich erlebt. Einmal: Ich lese einen Text, der mir oft unbekannt ist, bei dem ich mich auf neue Formulierungen konzentrieren muss oder auch will. Zum anderen: Ich spreche vertraute Sätze, in denen ich mich zu Hause fühle, die Generationen vor mir gesagt haben. Manche Stellen muss ich dann aber für mich umdenken, neu interpretieren, um sie mitsprechen zu können. Da fühlt sich mancher dann doch nicht ganz zu Hause und spürt den Abstand zu diesem alten Bekenntnis.

Mit Hilfe der Methode „Lesefigur“ versuchten die Teilnehmer, sich den Aussagen des Apostolikums zu nähern. Beim Unterstreichen einzelner wichtiger Wörter fanden sich Übereinstimmungen. Für alle unaufgebbar war das Urbekenntnis der Christen: Wir glauben an Jesus Christus, unseren Herrn. Es gab aber auch Sätze, die Fragen aufwarfen, schwer verständlich waren.

Bei den Gedanken zum dritten Artikel, in dem es auch um das Bekenntnis zur Kirche und zur Gemeinschaft der Heiligen geht, entstand ein Gespräch zur Frage: Woran sind Christen heute erkennbar? Taufe? Kreuzsymbol? Verhalten? Die Frage war schwer zu beantworten – der Glaube kann sich in sehr individuellen Formen äußern. Ein Kennzeichen: der Gottesdienst und ein gemeinsames Glaubensbekenntnis?

Die Teilnehmer entdeckten, wie stark sich die drei Artikel des Glaubensbekenntnisses aufeinander beziehen. Der Glaube an die Auferstehung der Toten (dritter Artikel) z.B. hat seinen Grund im Glauben an die Auferstehung Jesu Christi (zweiter Artikel) und an den Leben schaffenden Gott (erster Artikel).

In den Sätzen des Apostolikums wird der Glaube an den dreieinigen Gott immer wieder entfaltet. Das Kreuz in der Arnsberger Auferstehungskirche bringt diesen grundlegenden Aspekt plastisch zum Ausdruck. Mit der Interpretation dieses Kreuzes wurden die drei Abende beschlossen.

Hannegret Schröder

Gottesbezug in der Verfassung


In Kooperation mit der Volkshochschule Arnsberg/Sundern

Die Frage, ob in einer gemeinsamen europäischen Verfassung der Gottesbezug festgeschrieben werden soll, hat zu heftigen Diskussionen geführt. Laizistisch ausgerichtete Politiker und Bewohner der EU-Staaten wünschen keinen Gottesbezug in einer europäischen Verfassung, da er eine Beziehung zwischen Kirche und Staat beschreibt. Andere verstehen in einem Gottesbezug eine Absage an totalitäre Staatssysteme. - Die Präambel des Grundgesetzes beginnt mit: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen …“. Befürworter des Gottesbezuges sehen darin keine Verpflichtungen von Andersgläubigen und Atheisten zur Annahme eines christlichen Gottesbildes oder zur Bejahung eines christlichen Staatsbildes.

Referent: Klaus Kaiser, MdL

Dienstag, 06.11.2012, 19:30 - 21:30 Uhr
entgeldfrei
Arnsberg, Altes Rathaus, Alter Markt 19, 59821 Arnsberg, Rittersaal

MdL Klaus Kaiser



Gottesbezug in der Verfassung
06.11.2012
Vor ca. 20 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern hielt Klaus Kaiser Arnsbergs CDU-Landtagsabgeordneter einen Vortrag zum Thema „Gottesbezug in der Verfassung“.
Er spannte einen historischen Bogen von den Anfängen der deutschen Landesverfassungen und Grundgesetz bis in die heutige Zeit. Auf der Basis vieler Zitate namhafter Politiker und Zeitzeugen machte er die unterschiedlichen Standpunkte zu diesem Thema deutlich. Diese unterschieden und unterscheiden sich gemeinhin zwischen der „invocatio dei“ und der „nominatio dei“. Während bei der nominatio dei Gott in der Verfassung lediglich genannt wird, wird im Falle einer invocatio dei die Verfassung im Namen Gottes erlassen.
Am 22.Dezember 2011 brachte Die Linke einen Gesetzesentwurf zur Änderungen der Verfassung für das Land Nordrhein-Westfalen in den Landtag ein. Das Ziel: den Gottesbezug aus der Verfassung zu streichen.
Die vier andern, damals im Landtag NRW, vertretenen Parteien waren übereinstimmend gegensätzlicher Meinung. Mit dem Ergebnis: „ Gott bleibt in der Verfassung!“
Das anschließende Gespräch zwischen Herrn Kaiser und dem Publikum ließ vermuten, dass auch hier dieses Ergebnis unterstützt wurde.

Ute Backhaus



Auszüge aus der

Verfassung
für das Land Nordrhein-Westfalen

Vom 28. Juni 1950
(Fn 1)

Der Landtag Nordrhein-Westfalen hat am 6. Juni 1950 folgendes Gesetz beschlossen, das gemäß Artikel 90 am 18. Juni 1950 durch Volksentscheid von der Mehrheit der Abstimmenden bejaht worden ist:

Präambel

In Verantwortung vor Gott und den Menschen, verbunden mit allen Deutschen, erfüllt von dem Willen, die Not der Gegenwart in gemeinschaftlicher Arbeit zu überwinden, dem inneren und äußeren Frieden zu dienen, Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlstand für alle zu schaffen, haben sich die Männer und Frauen des Landes Nordrhein-Westfalen diese Verfassung gegeben:

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Zweiter Teil

Von den Grundrechten und der Ordnung
des Gemeinschaftslebens

Dritter Abschnitt - Schule, Kunst und Wissenschaft, Sport,
Religion und Religionsgemeinschaften

Artikel 7 (Fn 4)

(1) Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung.



Marc Chagall und die Bibel - Exkursion


In Kooperation mit der Volkshochschule Arnsberg/Sundern

Das Picassomuseum Münster zeigt einen exemplarischen Querschnitt durch das religiöse Schaffen Marc Chagalls mit rund 140 Grafiken, Bildern, Keramiken, Glasmalereien und Handzeichnungen. Er hat sich in seiner langen Schaffensperiode viel mit der Bibel beschäftigt und so eine künstlerische Brücke zwischen Juden- und Christentum geschlagen. Es wird ein Bogen von der Schöpfungsgeschichte über die Josephslegende und die Propheten bis hin zu Darstellungen aus dem Neuen Testament geschlagen. Die gezeigten Werke stammen überwiegend aus dem Musée Marc Chagall in Nizza, dem Centre Pompidou in Paris und von Erben des Künstlers. Unter den Ausstellungsstücken befindet sich auch ein originalgroßer Kirchenfensterentwurf der Kathedrale zu Metz.

Kosten einschl. Fahrt, Eintritt und Führung: je nach Teilnehmerzahl ca. 28,00 €
Anmeldung bei Frau Margit Scholz, Telefon: 02931/16634
(die VHS nimmt keine Anmeldungen zu dieser Fahrt entgegen.) Rückkehr: ca. 17.00 Uhr


Leitung: Margit Scholz

Samstag, 27.10.2012, 08:00 - 16:00 Uhr
Arnsberg, Sauerlandtheater, Feauxweg 9

König David, 1951, Öl auf Leinwand, Centre Pompidou, Paris

Flyer des Kunstmuseums Münster [677 KB]
(Für die Darstellung des pdf-Dokumentes benötigen Sie Adobe Reader)

Chagall entdecken

Ev. Akademie in der Ausstellung „Marc Chagall und die Bibel“

An einem der letzten schönen Herbsttage, am Samstag, den 27.10.12, fuhren Mitglieder der Ev. Akademie Arnsberg und Gäste nach Münster zur Ausstellung „Marc Chagall und die Bibel“. Es erwartete sie ein Rundgang durch die Ausstellung, in der erstmals viele Exponate aus Privatbesitz gezeigt wurden. So wurde mit mehreren Entwürfen die Entwicklung jeweils eines Motivs veranschaulicht. Chagall verstand sich als Brückenbauer zwischen Juden und Christen; so sind die Illustrationen zur Bibel und die künstlerische Umsetzung biblischer Themen Ausdruck geschehener Versöhnung. Eindrucksvoll war auch bei der Ausstellung in Münster wieder die ungeheure Bandbreite des künstlerischen Wirkens von Marc Chagall: von Bildern in unterschiedlichsten Techniken zu Keramik und Glasmalerei. Gut, dass die Gruppe bereits früh am Morgen losgefahren, denn im Laufe des Tages wurde der Andrang zu dieser sehr sehenswerten Ausstellung immer größer.

Eingestimmt wurden die Mitglieder der Ev. Akademie Arnsberg zuvor im vollbesetzten Rittersaal des Alten Rathauses Arnsberg durch einen beeindruckenden Vortrag von Hans-Dietrich Schütz aus Münster. Er verstand es, drei Ebenen zu verknüpfen, die das Werk Chagalls erschließen: biographische Elemente aus seinem Leben, die Bilder natürlich und die Entwicklung seiner Bildsprache und die biblische Geschichte vom König David und der schönen Bathseba. In wechselseitiger Beziehung untereinander konnte wurden diese Ebenen vertieft. So wurde den Zuhörern in eindrucksvoller Weise das Werk Chagalls in bestimmten Kristallisationspunkten erschlossen. Diese engagierte Einführung fand große Resonanz bei den Zuhörern der Ev. Akademie Arnsberg. Die Verbindung von Einführungsvortrag und Besuch der Ausstellung war in hohem Maße gelungen.

Voker Horstmeier



Bitte klicken Sie auf die Bilder


Marc Chagall und die Bibel


In Kooperation mit der Volkshochschule Arnsberg/Sundern

Zur Vorbereitung auf den Ausstellungsbesuch gestaltet Herr Hans-Dietrich Schütz, Kunsthistoriker, Münster, eine Vortragsveranstaltung, in der schwerpunktmäßig die Darstellungen von David und Batseba betrachtet und erläutert werden. Nach einer Pause beschäftigt sich Herr Schütz mit dem Kirchenfenster in der Kathedrale von Metz. Der Besuch ist unabhängig von der Teilnahme an der Fahrt.

Referent: Hans-Dietrich Schütz, Historiker, Münster

Montag, 22.10.2012, 18:00 - 21:00 Uhr
entgeltfrei
Altes Rathaus -Rittersaal-, Alter Markt 19, 59821 Arnsberg

Marc Chagall


Die dunkle Seite des Königs David: Schuldverstrickung, reuige Buße und Vergebung als Befreiung auf neue Zukunft hin, dargestellt in einem Spitzentext der hebräischen Bibel, einem Glanzstück der Weltliteratur, das 2. Buch Samuel, Kapitel 11 und 12. Die meisterhafte Erzählung von König David und Bat-schäba taucht in sieben Werken in direktem „Zitat“ oder indirekter Anspielung innerhalb der Ausstellung „Marc Chagall und die Bibel“ im Picasso-Museum in Münster auf. So versteht sich der Vortrag auch als Hinführung zu dieser Ausstellung.

Der König als der von Gott bestellte Hüter der Thora und oberster Richter verstrickt sich in eine abgrundtiefe Schuld-Kette: beginnend als Voyeur, endend als Mörder, die im 2. Teil in der Umkehr-Bewegung über Schuldbekenntnis und Reue in den Zuspruch der Befreiung durch JHWH und die Neuschaffung von Leben mündet.

Aus zweifachem Grund hat Marc Chagall diese Erzählung in ihren verschiedenen Episoden in Szene gesetzt: - zum einen konnte er sich als Künstler ideal mit dem „Psalmdichter“ und -sänger David identifizieren - zum anderen erkannte er in der Erzählung von David und Bat-schäba wie in einem Spiegel Parallelen zur eigenen Biographie in seiner Schuld-Geschichte (Virginia Happard!). Die Buße des Königs - ausgedrückt in Psalm 91- David wie an den Rand des Todes. Zugleich wird aber auch sichtbar, wie der Gott Israels bereit ist, mit Schuldigen und Bereuenden seine Heilsgeschichte fortzuführen (hier in der Gestalt eines der Stammväter des „Jesus Christus“, des „Sohnes Davids“, Matthäus-Evang. 1,1). Diese neutestamentliche Perspektive soll ausgedeutet werden über das reduzierte, dreibahnige Fenster im Chorumgang der Kathedrale St. Étienne in Metz und die zugehörige Christus-Rosette von 1958, die als originales Glasfenster-Remake in der in der Ausstellung in Münster leuchtet.

Der Vortrag wird hin und wieder durch passende musikalische Akzente atmosphärisch vertieft.

Referent ist Hans-Dietrich Schütz, ehem. Fachleiter für Kath. Religionslehre am Studienseminar Münster und Lehrbeauftragter für Religionspädagogik (Bilddidaktik) an der WWU Münster. Er beschäftigt sich seit etwa 50 Jahren intensiv mit dem biblischen Werk Mark Chagalls.



Demographischer Wandel in der Region Arnsberg


In Kooperation mit der Volkshochschule Arnsberg/Sundern

Die Bewältigung des demografischen Wandels wird zunehmend zu einer Pflichtaufgabe für Städte und Gemeinden. Die Schlagwörter "weniger, älter, bunter und ärmer" sind Kennzeichen dieses Pfades in die Zukunft. Wie können wir trotz der Finanzkrise Qualitäten in der Stadtentwicklung erhalten, womöglich neu aufbauen? Was zeichnet eigentlich eine altersgerechte Kommune aus, sind wir bereit für einen neuen Gesellschaftsvertrag zwischen alt und jung? Diese Fragen werden nach einer grundsätzlichen Darstellung von Daten und Fakten zum demografischen Wandel von Herrn Dr. Reuter angesprochen und bieten Raum für eine eingehende Diskussion.

Referent: Dr. Klaus Reuter, LAG 21 NRW e.V., Dortmund

Donnerstag, 27.09.2012, 19:30 - 21:30 Uhr
entgeltfrei
Arnsberg, Altes Rathaus, Alter Markt

Dr. Klaus Reuter


In seinem Vortrag stellte Herr Dr. Reuter klar, dass Stadtentwicklung im Zeichen des demographischen Wandels in den meisten Kommunen viel zu spät begonnen hat bzw. einige sich noch keine Gedanken gemacht haben. Die Stadt Arnsberg hingegen hat die Weichen bereits vor ca. 20 Jahren gestellt. Die Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V., Dortmund, betreut in einem Netzwerk 120 Kommunen, um sie bei einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu beraten. Die Beratung bezieht die Bereiche Klima, Fläche, Biodiversität und Bildung ein und beteiligt Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Berücksichtigt werden bei den allgemeinen kommunalen Herausforderung die Finanznot (sie erfordert eine kosteneffiziente Infrastruktur), sowie den Umwelt- und Ressourcenverbrauch. Täglich werden in NRW 120 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche zu Bauland umgewandelt. Diese Größenordnung gilt es zu verringern und gegen Null zurückzufahren. Demographischer Wandel erfordert ein qualitatives Wachstum, das heißt, dass das Wohnungsangebot den Bedürfnissen der immer älter werdenden Gesellschaft anzupassen ist. Anstatt den Lebensraum weiter zu zersiedeln gilt es, innerörtliche freie Flächen mit neuen Wohnformen (z.B. Mehrgenerationenangebote, lokale Insellösungen) zu erschließen. Multikausale kommunale Probleme erfordern querschnittsorientiertes Handeln (was ist in den nächsten 40 Jahren?).

Grundlagen des Wandels sind Dynamik, Altersstruktur, Internationalisierung und Individualisierung der Bevölkerung, in der das Durchschnittsalter steigt. Liegt die Bevölkerungszahl in Nordrhein-Westfalen z.Zt. bei unter 18 Mio., so wird sie bis 2050 um etwa 2 Mio. Menschen abnehmen. Betrug das Wirtschaftswachstum 1995 noch ca. 80 %, so sank es bis 2010 auf etwa 10 %. Arnsberg gehört aufgrund seiner Altersstruktur zu den schrumpfenden Regionen. Arnsberg verlor in den letzten 15 Jahren ca. 5.000 Einwohner. Betrug das Durchschnittsalter 1995 40 Jahre, so wird es 2030 ca. 48 Jahre betragen. Grund dafür ist, dass mehr Menschen sterben als geboren werden. Aus Arnsberg ziehen mehr Menschen weg, als hierher ziehen. Bezogen auf NRW sind in Arnsberg die sozialversicherungspflichtigen Jobs noch positiv zu bewerten. Die Arbeitslosenquote ist nicht sehr hoch.

Auf dem Gebiet der Stadt Arnsberg beträgt die Flächennutzung durch Siedlungsbestand 10 %. Durch Straßenbau sind 17 % Fläche bebaut. „Durch Baumaßnahmen kann man keinen demographischen Wandel betreiben“, so Dr. Reuter. Folgen des demographischen Wandels: Strukturen kann man nicht kurzfristig verändern. Oder es müssen die Gebäude von Schulen unterhalten werden, die nicht mehr benötigt werden. Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern entsteht durch die alternde Bevölkerung ein Angebotsüberhang. In 35 % der Eigenheime in Arnsberg leben Eigentümer, die über 65 Jahre alt sind. 80 % der Häuser entsprechen nicht den neuesten energetischen Anforderungen. Die finanzpolitischen Folgen des demographischen Wandels sind sinkende Steuereinnahmen bei steigenden Ausgaben der Kommunen. Um die Infrastruktur, z.B. das Kanalnetz, unterhalten zu können, muss die weniger werdende Bevölkerung mehr bezahlen.

Handlungsmöglichkeiten müssen erarbeitet werden. Entwicklung kann nicht mehr nur im Außenbereich stattfinden. Ehrenamtliche Tätigkeit kann staatliche Funktionen nicht ersetzen, da die Menschen, die sich engagieren, oft mehrfach eingesetzt und überfordert sind. Es muss gelingen, junge Menschen für bestehende alte Häuser zu gewinnen. Zuschüsse für Renovierungen dieser Häuser sind denkbar. Für die Grundversorgung der Bevölkerung müssen neben, z.B. Supermärkten, kleine Einheiten geschaffen werden, wie etwa Lebensmittelwagen. Es darf keine Konkurrenz zwischen Zentren und Ortsteilen geben.

Margit Scholz

Schätze des Gesangbuchs heben


In Kooperation mit der Volkshochschule Arnsberg/Sundern

Entdeckungsreise zu den Quellen des Gesangbuchs
Ev. Akademie lud zur ersten Herbstveranstaltung



Die Evangelische Akademie Arnsberg hatte in der vergangenen Woche Oliver Schwarz-Roosmann, Kirchenmusiker und Dozent in der Arbeitsstelle Gottesdienst und Kirchenmusik der Evangelischen Landeskirche, bei der ersten Veranstaltung in diesem Herbst zu Gast.
Er führte eine aufgeschlossene und engagierte Teilnehmerschaft auf eine Entdeckungsreise zu den Schätzen des Ev. Gesangbuchs. Mit dieser gelungenen Veranstaltung leistete die Ev. Akademie einen Beitrag zum diesjährigen Themenjahr „Kirche klingt- Kirche und Kirchenmusik“

In zwei großen Bögen, die er schlug, wurde die ökumenische Weite in diesem Gesangbuch deutlich. Im ersten Bogen beschrieb der Dozent aus dem landeskirchlichen Institut in Villigst die zeitliche Dimension. Das Singen als eine frühe, ur-menschliche Ausdrucksform hat seine Wurzel in der Feier des Kults. Die große Bandbreite der Lieder im Gesangbuch wurde deutlich: Das älteste stammt aus dem 5. Jahrhundert; ein Drittel aller Lieder sind neueren Datums. Der besondere Charakter des christlichen Singens in seiner Entstehungszeit und die bedeutenden Impulse der Reformation wurden eingehend gewürdigt.

Im zweiten Bogen unternahm der Referent mit den Teilenehmenden eine musikalische Entdeckungsreise. Lieder aus aller Welt, die den Weg ins Evangelische Gesangbuch gefunden haben, wurden kurz vorgestellt und gesungen.

Die beiden Bögen bekamen ihre inhaltliche Mitte, als Oliver Schwarz-Roosmann an einigen Beispielen darstellt, in welch hohem Maße inhaltliche Aussagen der Liedtexte mit den Melodien und der musikalischen Gestaltung verbunden sind. Dieser enge Zusammenhang entspringt und ist Ausdruck der inneren Einheit der Lieder des Glaubens.

Mit einem Abendlied in den Ohren und bereichert durch Einsichten und Erkenntnisse verließen die Teilnehmenden des Abends die Auferstehungskirche.

V. Horstmeier, 15.09.12


Referent: KMD Oliver Schwarz-Roosmann, Schwerte-Villigst

Donnerstag, 13.09.2012, 19:00 - 20:30 Uhr
entgeltfrei
Arnsberg, Auferstehungskirche, Neumarkt



Hier steht Ihnen das Veranstaltungsprogramm Herbst 2012 als pdf-Dokument zum Download zur Verfügung :


(Für die Darstellung des pdf-Dokumentes benötigen Sie
Adobe Reader)


Frühjahrsprogramm 2012

Pilgerweg - auf neuen Wegen von Westfalen nach Rom


In Kooperation mit der Volkshochschule Arnsberg/Sundern

Klaus Steinweg, evangelischer Pfarrer im Ruhestand und Buchautor, übernahm zusammen mit katholischen Freunden Pilgerreisen nach Rom. Er löste damit ein Versprechen ein, dass er zu Beginn seines Ruhestandes gab.
Diese Zeit der Entbindung von allen beruflichen Pflichten sollte für ihn nicht so aussehen wie der zur Wirklichkeit gewordene Fluch aus der Urgeschichte: "unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden" (Genesis 4,11).
Dieser Perspektive hat er mit der Pilgerreise ein konkretes Ziel entgegengesetzt.

Klaus Steinweg wird eine Einführung in das Thema Pilgern geben und über seine ökumenischen Pilgerwanderungen berichten.

Referent: Pfarrer i. R. Klaus Steinweg

Mittwoch, den 28.03.2012, 19.30 Uhr im Rittersaal des Alten Rathauses in Arnsberg

Petersplatz in Rom



Der Hinduismus

Bildnis Budda


In Kooperation mit der Volkshochschule Arnsberg/Sundern

"Einführung in den Hinduismus"

Mit 900 Millionen Anhängern ist der Hinduismus die drittgrößte Weltreligion. In Deutschland leben rund 100.000 Hindus.
Die Sammelbezeichnung Hinduismus umfasst zahlreiche Richtungen und Traditionen.

Frau Prof. Dr. Annette Wilke, Religionswissenschaftlerin an der westfälischen Wilhelms Universität in Münster, gibt eine Einführung in das Thema, indem sie Grundzüge des Hinduismus aufzeigt, die trotz aller Vielfalt vorhanden sind

Referentin: Prof. Dr. Annette Wilke

Freitag, den 27.4.2012, 18.00 Uhr im Rittersaal des Alten Rathauses in Arnsberg



Fahrt zum Sri Kadchi Ampal-Tempel in Hamm-Uentrop


In Kooperation mit der Volkshochschule Arnsberg/Sundern

"Fahrt zum Sri Kadchi Ampal-Tempel in Hamm-Uentrop"

Es handelt sich um den größten hinduistischen Tempel südindischer Art in Mitteleuropa. Er wurde hauptsächlich von tamilischen Flüchtlingen errichtet. Bei der Unterhaltung des Heiligtums werden die Hindus von engagierten deutschen Mitbürgern unterstützt.

Frau Prof. Dr. Annette Wilke führt durch den Tempel, erklärt Altäre und Götterstatuen. Es besteht möglicherweise die Gelegenheit, einen Gottesdienst mitzuerleben und in einem kleinen Restaurant typische Speisen aus dem Gebiet Sri Lankas und Indiens zu genießen.

Referentin: Prof. Dr. Annette Wilke

Samstag, den 28.4.2012, 9:00 Uhr bis ca. 15:00 Uhr
Abfahrt: 9:00 Uhr, Sauerlandtheater in Arnsberg

Sri Kamadchi Ampal-Tempel in Hamm



Hier steht Ihnen das Veranstaltungsprogramm Frühjahr/Sommer 2012 als pdf-Dokument zum Download zur Verfügung :


(Für die Darstellung des pdf-Dokumentes benötigen Sie
Adobe Reader)


.

© Evangelische Akademie Arnsberg