Rückblick 2015

Lucas Cranach der Jüngere

Lucas Cranach der Jüngere und die Malerei der Reformationszeit

Als Sohn eines prominenten Vaters hatte es Lucas Cranach der Jüngere in der Nachwelt schwer, aus dem Schatten des Vaters herauszutreten. Jahrhundertelang wurden seine Arbeiten nur als Wiederholungen und epigonale Varianten der Werke Cranachs des Älteren angesehen.

Die neuere Forschung sowie eine groß angelegte Ausstellung in Wittenberg zum 500. Geburtstag Lucas Cranachs des Jüngeren im Jahre 2015 haben den Versuch unternommen, diese Einschätzung zu revidieren. Als einer der führenden Künstler der Reformationszeit war Cranach der Jüngere maßgeblich beteiligt an der Ausarbeitung von Bildthemen, die die neuen Akzentsetzungen der protestantischen Lehre im Kirchenraum visuell veranschaulichen sollten. Auch die vom Vater erarbeiteten Portraittypen der Protagonisten der Reformation sowie der evangelischen Landesfürsten hat Cranach der Jüngere weiterentwickelt und hierbei wohl seine stärkste künstlerische Eigenständigkeit entfaltet.

Lucas Cranach der Jüngere war nicht nur ein hochbegabter Maler, sondern ebenfalls, wie schon sein Vater, ein erfolgreicher Unternehmer und Geschäftsmann. In seiner Eigenschaft als Ratsherr, Kämmerer und Bürgermeister von Wittenberg war er zudem eine der angesehensten Persönlichkeiten der Stadt.

Vortrag von PD Dr. Walther K. Lang

Donnerstag, 12.11.2015, 18:30 Uhr,

Forum des Peter-Prinz-Bildungshauses, Ehmsenstr., Arnsberg

Bibelseminar

Zur Freiheit befreit!

Bibelseminar der Ev. Akademie Arnsberg 2015

Freiheit ist ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft und unseres Selbstverständnisses. Ebenso ist Freiheit ein Grundpfeiler des christlichen Glaubens.

An einem konkreten Konfliktfall macht der Apostel Paulus deutlich, was Freiheit ausmacht, wie sie sich bewährt, worauf sie begründet ist. Im diesjährigen Bibelseminar wollen wir diesen Spuren nachgehen und herausfinden, was denn Freiheit im Glauben bedeuten kann.

Der erste Abend findet statt am Donnerstag, den 15. Oktober um 17.30 Uhr im Gemeindehaus Erlöserkirche. Am selben Ort, zur selben Zeit sind dann an den folgenden Donnerstagen die weiteren Abende des Bibelseminars.


Donnerstag, 15.10.2015, 17.30 Uhr

Gemeindehaus Erlöserkirche

Donnerstag, 22.10.2015, 17.30 Uhr

Gemeindehaus Erlöserkirche

Donnerstag, 29.10.2015, 17.30 Uhr

Gemeindehaus Erlöserkirche

Rückblick auf das Bibelseminar 2015

Mosaik aus dem 5. Jahrhundert

Oratorium St. Andrea im erzbischöflichen Museum in Ravenna Quelle: Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon.

der Ev. Akademie Arnsberg

„Zur Freiheit berufen – Einblicke in den Galaterbrief“

An drei Abenden kamen Menschen im Ev. Gemeindehaus Erlöserkirche zusammen, die an den Fragen der biblischen Botschaft Interessiert sind. Nachdem im vergangenen Jahr ein thematischer Schwerpunkt mit der „Theologie desSühnopfers“ gelegt war, ging In diesem Jahr es um eine Person –Paulus- und um ein biblisches Buch, den Brief des Paulus an die Galater.

In besonderer Weise stand zunächst die Biographie des Paulus im Mittelpunkt. Seine persönliche Lebenswende wurde zum Wendepunkt der noch jungen christlichen Kirche, die sich nun auch allen Völkern öffnete. Im Bibelseminar gab es Einblicke in die Hintergründe der ersten christlichen Gemeinden. Auch dort –und immer schon- gab es Spannungen, Konflikte, Krisen und Auseinandersetzungen. Paulus engagiert sich mit dem Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit. Auffallend ist, wie seine persönliche Lebenswende theologisch und inhaltlich der Zeitenwende entspricht, die in Christus geschehen ist.

Dies kulminiert im christlichen Freiheitsbegriff. An weiteren Abenden wurde hervorgehoben, dass Freiheit begründet ist im Werk Christi allein, was Freiheit im christlichen Sinne bedeutet und bewirkt und wie sie zur Geltung kommt.

Freiheit des christlichen Glaubens existiert niemals im luftleeren Raum, in bloßen akademischen Kontroversen. Bei der Begründung wie der Verwirklichung der Freiheit geht es immer um das persönliche Leben, das Leben miteinander als Gemeinde und in konkreter Verantwortung für die Welt. Darin bewährt sich die Freiheit, zu der uns Christus befreit.

Organe "spenden"?

Ersatzteillager Mensch – letzte Hilfe?
Zur Auseinandersetzung um die Organtransplantation

Das Thema „Organtransplantation“ ist ins Gerede und in die ethische Grundsatzdiskussion gekommen. Zum einen gab es vermeintliche
Manipulationen an den Listen derer, die auf ein Organ warten. Zum anderen gibt es einen ernsthaften Diskurs, z. B. des Deutschen Ethikrates zur Hirntod-Diagnose als Grundlage der Organtransplantation.

Die Verbindung mit der Christenpflicht zur „Spende“ macht eine Entscheidung für oder gegen einen Organspendeausweis nicht leichter. Bedenken, Fragen und Zweifel sind, wenn es um einen Akt
der Nächstenliebe geht, scheinbar unzulässig

Die Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD) beschäftigen sich seit längerem intensiv und fachlich fundiert mit dem Thema Organtransplantation. Theologische, juristische, ethische und medizinische Aspekte des Themas wurden reflektiert und in einem Positionspapier veröffentlicht. Ein alternativer Organspendeausweis wurde entwickelt.

In der Veranstaltung sollen wesentliche Punkte des Positionspapiers vorgestellt und mit der Position des Deutschen Ethikrates verknüpft werden.

Angelika Weigt-Blätgen
Leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V.
und stellvertretende Vorsitzende der Evangelischen Frauen in Deutschland

Donnerstag, 20. August 2015, 19.00 Uhr,

Forum im Peter-Prinz-Bildungshaus Arnsberg, Ehmsenstr. 7


Rückblick zur Veranstaltung: Organtransplantation



Ein schwieriges und sensibles Thema hatte sich die Ev. Akademie Arnsberg vorgenommen: Organtransplantation. In der Weite zwischen „Ersatzteillager Mensch“ und „letzte Hilfe“ führte Angelika Weigt-Blätgen,
leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V.
und stellvertretende Vorsitzende der Evangelischen Frauen in Deutschland, in die Problematik und in die Kampagne der Frauen in Deutschland ein.

Bei der Novellierung des Gesetzes ist vom Konsens: unabhängige Feststellung des Hirntodes als Voraussetzung für die Transplantation von Organen ausgegangen worden. Daran anschließend ist jedoch eine Reihe von unterschiedlichen Auffassungen entstanden, die zu der Kampagne der Ev. Frauen in Deutschland geführt haben: Die Würdigung des sterbenden Menschen als Sterbender und nicht als bereits Toter. Darum sollte die Entnahme von Organen bei Vollnarkose durchgeführt werden.

Angelika Weigt-Blätgen

Leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V.

Wenn dann durch medizinische Maßnahmen die Vitalfunktionen gestärkt werden – ist dies lebensverlängernd im Sinne einer möglichen Patientenverfügung, wo dies abgelehnt wird?

Die Angehörigen, die sich vom Sterbenden verabschieden, benötigen besondere Zuwendung und auch Entscheidungsmöglichkeit, um nicht möglicherweise traumatisiert zu werden. („An der Hand, nicht von der Hand eines Menschen sterben“)

Der emotional besetzte Begriff der Spende ist für den Entscheidungsgang nicht sehr hilfreich. Deutlich wurde an dem inhaltlich dichten Abend, dass es eine Vielzahl von Beteiligten bei diesem Prozess gibt: Menschen, die sterben – Menschen, die auf ein Organ eines anderen angewiesen sind; Angehörige, die einen Menschen verlieren- Angehörige, die voller Hoffnung sind; Ärzte, die auf der einen Seite einen Menschen aus dem Leben in den Tod begleiten und auf der anderen Seite durch die Transplantation eines Organs einem andern Menschen ein neues Leben ermöglichen; Pflegende, die genauso in einem Zwiespalt stecken. Darüber hinaus spielen mannigfache Interessen in diesen Bereich hinein, gesellschaftliche und wirtschaftliche, persönliche, die nicht immer übereinstimmen. Wichtiges Kriterium in diesem Entscheidungsprozess, der zudem unter äußerster Zeitnot zu handhaben ist, ist die Würde des Menschen. Darum ist es dringend erforderlich, dass man sich selbst –mit seinen Angehörigen- diesem Thema widmet. Insofern war die Veranstaltung der Ev. Akademie zu diesem sensiblen Bereich ein wichtiger Beitrag.

Matthias Claudius

Einladung zu Matthias Claudius!

Es war ein offenes, gastfreundliches Haus, wo Matthias Claudius oftmals illustre Gäste empfing. Er schenkte uns das schönste Abendlied: Der Mond ist aufgegangen. Auch sein anklagendes "Kriegslied" hat mehr Aktualität, als es "uns heutigen" lieb sein kann. Der moderne Journalismus ist ohne ihn, den ‚Wandsbeker Boten‘, nicht zu denken. Mit einer Einladung zu Matthias Claudius macht man sich auf den Weg zu einem eindrücklichen Christen und Dichter.

In diesem Jahr gibt es dazu doppelten Grund. 200 Jahre ist es her, dass er starb; am 15. August ist sein 275. Geburtstag. Matthias Claudius gilt als wichtiger Vertreter der literarischen Empfindsamkeit. Bekannt sind heute vor allem neben seinem Abendlied Lieder wie „Wir pflügen und wir streuen“ oder auch das Gedicht „Der Tod und das Mädchen“, das in der Vertonung von Franz Schubert unsterblich wurde. Matthias Claudius schuf allerdings noch weit mehr Gedichte, die in ihrer ebenso einfachen wie eindringlichen Sprache und Gedankenwelt heute noch berühren. Er verfasste journalistische Texte und Aphorismen in großer Zahl, war mit Herder und Klopstock befreundet.

Zu Lesungen, Texten und Musik rund um den heute noch populären Lyriker und Journalisten wird darum herzlich eingeladen. Einblicke in Leben und Werk von Matthias Claudius geben Pfarrer Dr. Udo Arnoldi, Pfarrerin Karin Neumann-Arnoldi und deren Tochter Luise Arnoldi. Bekannte und unbekannte Texte werden vorge-tragen und in sein Leben eingezeichnet. Musik und Gesang runden den Vortrag ab.

Die Einladung zu Matthias Claudius gilt!


Samstag, den 15.08.2015, 17.00 Uhr

Auferstehungskirche Arnsberg, Neumarkt



Rückblick auf die Veranstaltung:Matthias Claudius

Einladung zum Jubiläum!

Der 275. Geburtstag von Matthias Claudius wurde gefeiert!

Am Samstag, den 15.08. 2015 jährte sich der Geburtstag von Matthias Claudius zum 275. Mal. Ein Grund mehr, um in diesem doppelten Jubiläumsjahr (vor 200 Jahren, im Januar 1815, ist er gestorben) in einer Veranstaltung seiner zu gedenken.

Die Evangelische Akademie Arnsberg hatte daher zu einer Geburtstagsfeier der besonderen Art eingeladen, und erfreulich viele Menschen waren seine Gäste. Dem offenen, gastfreundlichen Haus von Matthias Claudius und seiner Familie entsprach es, dass auch diese Jubiläumsveranstaltung von einer Familie gestaltet wurde: Karin Neumann-Arnoldi, Dr. Udo Arnoldi und ihre Tochter Luise aus Neheim.

Sie ließen den Jubilar mit seinen Texten zu Wort kommen. Dabei gab es viel Unbekanntes und natürlich Bekanntes wie das bedeutende Abendlied: Der Mond ist aufgegangen. Es wurde ein bunter Streifzug durch das literarische Schaffen von Matthias Claudius. Er hatte die Gabe, kleine, alltägliche Begebenheiten in kurzen Worten mit Prägnanz und Tiefe zu beschreiben. Davon zeugte auch die Auswahl der Texte: Von der Aufgabe, einen Zahn zu ziehen, über Beobachtungen an Tieren und Menschen, an Sonne, Mond und Sternen, Gedanken zur Familie und zu den politischen Verhältnissen („‘s ist Krieg, und ich begehre, nicht schuld daran zu sein.“).

Immer wieder wurden die Wortbeiträge unterbrochen durch musikalische Darbietungen von Karin Neumann- Arnoldi und ihrer Tochter Luise und durch gemeinsam gesungene Lieder.

Heiteres wie die Gespräche von Hinz und Kunz verband sich mit Ernstem in dieser Veranstaltung, wie auch im Leben von Matthias Claudius. Die abschließenden Gedanken zu Krankheit und Tod, den Claudius als „Freund Hein“ beschrieb, gaben dem gelungenen Abend eine besondere Tiefe.

Otmar Alt: Lutherzyklus

500 Jahre Reformation

Ausstellung der Druckgrafiken 02.07.2015 – 22.07.2015

Der Künstler Otmar Alt, bekannt durch seine farbenfrohen, eigenwilligen Grafiken, hat ein Mappenwerk mit dem Titel „500 Jahre Reformation - Luther-Zyklus“ geschaffen. Mit diesem Grafikwerk holt Otmar Alt die Reformation in die Gegenwart

Die Grafiken laden in einer Ausstellung in der Auferstehungskirche Arnsberg ab dem 02.07. 2015 zur Betrachtung, als Anregung, zum Austausch ein. Die Ausstellung wird mit dem Künstler am 02.07. 2015 um 16.00 Uhr eröffnet. Dabei wird es auch Gelegenheit geben, signierte Werke von Otmar Alt zu erwerben.

Im Zentrum der Grafiken stehen die Grundpfeiler der Reformation, die vier Überzeugnungen: Sola fide – allein der Glaube, Sola gratia – allein die Gnade, Sola Scriptura – allein die Schrift und Solus Christus – allein Christus und die Symbolfigur Martin Luther.

Auch Prof. Dr. Dr. Margot Käßmann (Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017), würdigt den theologischen und künstlerischen Beitrag Otmar Alts mit diesen Grafiken:
„Ich finde sehr gut, dass er die vier Soli der Reformation bei seinen Grafiken in den Mittelpunkt stellt. Diese vier Soli sind erst lange nach der Reformation so festgelegt worden. Andere zählen auch fünf Soli oder gar acht. Aber die vier, die Alt benennt, zeigen die zentrale Botschaft der Reformation auf geniale Weise."

Die Grafikmappe


Mit seiner ganz eigenen Form- und Farbsprache schafft Otmar Alt bei diesem sehr religiösen Thema, den Betrachter zu fesseln und seine Phantasie zu beflügeln: Figuren aus der Tier und Pflanzenwelt, Menschen- und Phantasiewesen laden zum lebendigen Austausch miteinander ein und lassen den nötigen Freiraum für eigene Gedanken und Ideen.

Die ausgestellten Grafiken erscheinen auch in einer exklusiven Mappe.

Die Grafikmappe erscheint in einer exklusiven Auflage von 95 Exemplaren und enthält je 11 Graphiken, die, händisch veredelt, allesamt signiert und nummeriert, ein begehrtes Sammlerobjekt ergeben.

Eröffnung 02.07.2015, 16.00 Uhr

Auferstehungskirche Arnsberg, Neumarkt

Ausstellung der Druckgrafiken 02.07.2015 – 22.07.2015

Eröffnung der Ausstellung mit Graphiken von Otmar Alt:
„Lutherzyklus. 500 Jahre Reformation“ in der Auferstehungskirche Arnsberg

Gut 30 Interessierte waren am Donnerstag, den 02.07. 2015 trotz großer Hitze in die –angenehm kühle- Auferstehungskirche am Arnsberger Neumarkt gekommen, um bei der Eröffnung der Ausstellung „Lutherzyklus. 500 Jahre Reformation“ von Otmar Alt dabei zu sein. Leider konnte Otmar Alt krankheitsbedingt nicht selbst die Ausstellung seiner Graphiken eröffnen. Gute Wünsche zur Genesung sind ihm zugedacht worden.

So wurde in einer kurz gefassten Einleitung die Darstellung Otmar Alts der vier Kennzeichen der Reformation –allein der Glaube, die Gnade, die Schrift, allein Christus- hervorgehoben. Margot Käßmann, die Botschafterin des Rates der EKD für das Refomationsjubiläum 2017, hat für diese Ausstellung bei der Eröffnung eine begleitende Würdigung verfasst: „Sie zeigen die zentrale Botschaft der Reformation auf geniale Weise. In einer Zeit, die um die Sprachkraft des Glaubens ringt, kann das sehr hilfreich sein.“

Die phantasievolle Bildsprache und die eindrucksvollen Farben legen den Schluss nahe: Das Evangelium ist bunt! Zwischen zwei Arbeiten Otmar Alts, dem Titelbild und dem „Allein Christus“ ist –sozusagen als Kommentar- ein bunt bemaltes Kachelkreuz gestellt, das Kinder aus Niedereimer vor einiger Zeit hergestellt haben. Es wirkt beim Hereinkommen wie eine zusätzliche Arbeit Alts.

Die Ausstellung ist noch bis zum 21. Juli in der Auferstehungskirche Arnsberg zu sehen; danach bis zum 08. August im Gemeinsamen Kirchenzentrum Meschede.

Gemeinsam Leben

Was bringt Menschen dazu, dem Leben in Gemeinschaft auf die Spur zu kommen? Was ist am Leben im Kloster verlockend? Wie offen sind Klostermauern für die Probleme und Aufgaben dieser Welt?

Menschen suchen nach Orientierung. Sie wollen das finden, was im Leben, auch in Krisensituationen, standhält. Sie möchten in besonderer Weise mit andern Gleichgesinnten ihr Leben teilen. Menschen suchen nach Wegen, wie sie ihr Leben und Glauben in Einklang bringen können. Sie bringen ihren Alltag mit täglicher Arbeit und ihr Glaubensleben zusammen. Ist das, was Leben in klösterlicher Gemeinschaft ausmacht?

Wir möchten uns dem Thema mit zwei Einzelveranstaltungen aus zwei Richtungen nähern. Einmal geht es um: Katholisch - Männer und dann um: Evangelisch- Frauen. Beide Veranstaltungen korrespondieren miteinander, sind aber unabhängig jede für sich wertvoll.



1. Veranstaltung:

Wir besuchen die Abtei Königsmünster in Meschede, erfahren im Gespräch mit Pater Jonas Wiemann, was gemeinsam Leben ausmacht.
„Als Mönche, die in einer langen, lebendigen Tradition leben, erfahren wir unser Kloster immer wieder als einen Ort, der uns auf das Wesentliche des Lebens konzentriert. Die Struktur des Tages, die Kultur des Verzichtes, die innere Sammlung und Ausrichtung können eine innere Klarheit wecken und einen Raum schenken, in dem die tiefe Sehnsucht in Ihnen Platz findet.“

Wir schließen diesen Besuch ab mit der Teilnahme am Gottesdienst mit dem Konventamt der Mönche um 17.45 Uhr.

Referent: Pater Jonas Wiemann

Termin: Montag, den 16. März 2015;

Abfahrt13.45 Uhr. Ort: Auferstehungskirche, Neumarkt, Arnsberg.
Kosten (Kaffee, Kuchen, Führung und Fahrt): 15,--€
Mindestteilnehmerzahl: 10

Anmeldungen bis zum 05.03.2015 an Frau M. Scholz:
Tel. 02931 -16634

2. Veranstaltung:

Die zweite Begegnung zum Thema „Gemeinsam Leben“ geschieht mit der Diakonissen-Kommunität Zionsberg in Scherfede.
Für die Schwestern dort ist ihr Motto aus der Bibel wichtig: Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion! (Ps. 65,2)

Sein Wort, das in der Bibel nachzulesen ist, und sein Wille sind uns Maßstab und Richtlinie für unser gemeinsames Leben.

Darum ist unser Alltag mit allen Verpflichtungen und Aufgaben strukturiert durch die Gebetszeiten, die wir alle 3 Stunden haben. Diese Ordnung empfinden wir als großes Vorrecht. GOTT so in unseren Tagesablauf mit hinein zu nehmen.

Ein Schwerpunkt unseres Dienstes ist die Arbeit im Gästehaus. Wir empfangen gerne alle Menschen, die sich mit uns Gott zuwenden wollen.“

Sr. Ursula und Sr. Marika vom Zionsberg kommen zu uns nach Arnsberg, um einen Einblick zu geben in das Leben, die Bewegründe und Erfahrungen der Schwestern mit dem Gemeinsamen Leben.

Termin: Dienstag, 24. März 2015, 19.00 Uhr, Auferstehungskirche Neumarkt.


Wir arbeiten zusammen mit dem evangelischen Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe e.V.

Rückblich auf die Versanstaltung "Gemeinsam leben"

Gemeinsam Leben- Einblicke in klösterliches Leben

Eine Doppelveranstaltung

Mit zwei einander entsprechenden Veranstaltungen bot die Ev. Akademie Arnsberg Einblicke in die besondere Form des geistlichen Lebens: Leben in klösterlicher Gemeinschaft. Sie besuchten die Abtei Königsmünster in Meschede und konnten dort aus der Sicht eines katholischen Mönches über das Leben im Kloster informiert werden. Kurz darauf waren zwei evangelische Schwestern aus der Diakonissen-Kommunität Zionsberg in Scherfede zu Gast in der Auferstehungskirche in Arnsberg. Damit wurde ein breites Spektrum abgedeckt

P. Jonas Wiemann vor der Abteikirche

Leben in Königsmünster, Meschede

In beeindruckender Weise brachte P. Jonas Wiemann den Teilnehmenden der Exkursion das Leben der Benediktinermönche in Königsmünster nahe. Dabei konnte er aus der reichen Tradition seines Ordens schöpfen, um die heutigen Fragen und Herausforderungen zu beantworten. Das Mönchtum entstand, um in besonderer, herausgehobener Weise Glauben zu leben. Mit dem Entstehen der Volkskirche bot es sich an, dazu in besonderen Gemeinschaften zusammen zu leben. Das Ziel mönchischen Lebens ist damals wie heute dasselbe geblieben: Gott suchen, Orientierung für das eigene Leben finden. Daher sind auch erstaunlich viele junge Menschen –manche nur zeitweise- bereit, sich auf diese Form des gemeinsamen Lebens einzulassen. Immer wieder gilt es, bei den zahlreichen Fragen nicht nur der Teilnehmenden, die Haltung der Bibel zu erkunden und zu suchen, ob und in welcher Weise mögliche Antworten aus der weitherzigen Regel des Hl. Benedikt auf die jeweilige Gemeinschaft passen.
Klostermauern sucht man in Königsmünster vergebens. Vielmehr ist das Leben der Mönche dort sehr darauf ausgerichtet, mit dem Glauben auszustrahlen in die Gesellschaf hinein. Nicht von ungefähr ist die mächtige Abteikirche von weitem ein Blickfang und Anziehungspunkt. Auch die vielfältigen Aktivitäten der Mönche, Landwirtschaft, Schmiede, vor allem die Schule, dienen dazu, mit der alten Regel des Hl. Benedikt in heutiger Zeit den Glauben zu leben.

Die Schwestern berichten

Den Abschluss der Exkursion, die so gar keinen touristischen Charakter hatte, sondern sehr spirituell geprägt war, bildete ein beeindruckendes Konventamt der Mönche.
Schwestern vom Zionsberg in Scherfede
Der Gemeinderaum in der Auferstehungskirche war gut gefüllt, als anschließend Schwestern von der Diakonissen-Kommunität Zionsberg in Scherfede aus ihrer Schwesternschaft berichteten. Im Vergleich zu den Benediktiner ist diese Kommunität sehr jung (kurz nach dem Krieg gegründet) und recht klein ( sieben Schwestern). Gleichwohl haben sie eine unglaubliche Ausstrahlung.
Sr. Ursula und Sr. Marika erzählten anschaulich und faszinierend von den einfachen Anfängen der Kommunität. Bei allen Planungen und Entscheidungen ging es immer darum, mit großen Glauben und Gottvertrauen die nächsten Schritte zu tun. Wichtig ist und war ihnen, unmittelbar in der Stille Gott zu suchen und von ihm direkt Wegweisung zu erbitten. Kennzeichnend für die Schwesternschaft vom Zionsberg ist die Schlichtheit, die Offenheit für andere und die unbedingte Angewiesenheit auf Gottes Führung und Fürsorge.
Auch am Zionsberg gibt es keine Klostermauern, hinter die man sich zurückziehen könnte. Das Motto der Schwestern lautet: Auf Christus sehen – durch Christus die Welt sehen.

Andacht in der Auferstehungskirche

Auch dieser zweite Abend wurde mit einer Andacht beendet mit gottesdienstlichen Elementen der Schwesternschaft.
Eindrücklich war im Vergleich beider Erfahrungen, wie die Benediktiner aus Königsmünster aus dem reichen Schatz ihrer Tradition schöpfen und wie unmittelbar die Schwestern aus Scherfede ihr Leben aus dem erfragten Willen Gottes gestalten.

Geschichte und Politik

Geschichte und Politik im Spiegel christlicher Gesangbücher Pfarrer i.R. Wilhelm Gröne, lange Jahre Pfarrer in Hemer, kann aus seiner umfangreichen Sammlung an Gesangbüchern einiges berichten. Er lässt teilhaben an den Schätzen der Gesangbücher und auch den Kuriositäten, die sie bieten. An vielen Stellen spiegeln sie Zeitgeschichte, Politik und Gesellschaft. Überraschende Einblicke und Entdeckungen sind zu machen:

  • Da sind z.B. Liedtexte zur Verherrlichung des Krieges zu finden, behaftet mit der Ideologie von Blut und Boden.
  • Da findet sich ein Gesangbuch, das - wenngleich vom König verordnet - doch den Ungehorsam der Untertanen provoziert.
  • Ein Choral, in dem der "Kaiser" durch den "Führer" ersetzt wird.
  • Eine Königin, die nur im Gesangbuch mit ihrem Gemahl vereint ist.
  • Ein Gesangbuch, das den Versailler Friedensvertrag "ignoriert".

Arnsberg, Altes Rathaus, Alter Markt 19, Rittersaal

Referent: Pfarrer i.R. Wilhelm Gröne

Do. 28.05.2015, 19:00 - 20:30 Uhr

Wir arbeiten bei dieser Veranstaltung zusammen mit der
VHS Arnsberg- Sundern und der Senaka Arnsberg

Rückblick Geschichte und Politik

28.5.2015, 19 Uhr, Arnsberg, Altes Rathaus, Rittersaal

Wilhelm Gröne: Geschichte und Politik im Spiegel christlicher Gesangbücher

Mit Pfarrer i.R. Wilhelm Gröne aus Menden konnte die Evangelische Akademie einen Referenten mit einem ungewöhnlichen Interessengebiet gewinnen: Er befasst sich mit Gesangbüchern! Die zahlreichen Zuhörer erlebten einen lebendigen und fesselnden Vortrag zu einem Thema, das sich wohl kaum einer so spannend hätte vorstellen können.

Aus der Fülle seiner großen Sammlung, die sich über viele Jahrhunderte erstreckt, brachte Wilhelm Gröne Beispiele, in denen sich der Geist der Zeit spiegelt, in der die Texte entstanden.
Wie politisch waren und sind unsere Gesangbücher? Schon die Bezeichnung der einzelnen Rubriken sind aussagekräftig: Schauen wir das jetzige Evangelische Gesangbuch an, so sind Überschriften aus früheren Zeiten verschwunden, z.B. „Vaterland“ oder „Für Volk und Vaterland“. Neu aber ist das Thema: „Erhaltung der Schöpfung, Frieden und Gerechtigkeit“ mit Liedern, die zwar nicht unmittelbar politisch sind, deren Gedanken aber vielleicht doch Auswirkungen in der Politik haben. Oder: Heute Texte und Melodien im Gesangbuch aus vielen Nationen, Ausdruck einer Haltung, die früher so nicht vorstellbar war.

Für die Verquickung von Politik und Gesangbuchtexten brachte Wilhelm Gröne erschreckende Beispiele aus nationalsozialistischer Zeit. Da bleiben verschiedene Auflagen eines Liederbuches äußerlich unverändert, aber das Vorwort passt sich geschmeidig der augenblicklichen Geistesströmung an. Da werden alte Texte unverfroren verändert und umgedichtet. Da werden „Deutschland - Hitlerland - Gottesland“ in eine Zeile gebracht, und zu Weihnachten erfahren wir: „Sterne singen Heldenweisen.“ Die Sprache der nationalsozialistischen Propaganda hält Einzug in die Gesangbücher.
Die Texte wurden oft mit alten, vertrauten Melodien gesungen, und der Referent warnte vor allzu schneller Verurteilung der Menschen, die sich der Suggestionskraft dieser Lieder nicht entziehen konnten.
Aussagekräftig ist auch die bildnerische Gestaltung: Marschierende Soldaten, die Emmausjünger in Uniform oder zwanzig Jahre vorher ein Bremer Gesangbuch mit Zeichnungen von Heinrich Vogeler, die aber in der nächsten Ausgabe entfernt wurden, weil Vogeler den Kaiser angegriffen hatte.
Beispiele aus früheren Jahrhunderten ließen sich ergänzen.



Aber auch andere Aspekte zur Geschichte des Gesangbuchs kamen zur Sprache, z.B. Beispiele dafür, wie stark sich Gemeinden, Kreise, Volksgruppen mit ihrem Gesangbuch identifiziert haben. Der Versuch, ein neues Gesangbuch einzuführen, erzeugte oft heftige Auseinandersetzungen und Widerstände – bis hin zu Prügeleien. Bei politischen Neuordnungen wollte man sich das gewohnte Gesangbuch nicht nehmen lassen und war glücklich, wenn die Verantwortlichen Toleranz in Sachen Gesangbuch übten. So zieht sich durch die Geschichte des Gesangbuchs trotz aller Zeitströmungen auch immer wieder eine starke Kontinuität, und nicht selten gibt es auch Beispiele für Widerstand gegen die gerade angesagte Geisteshaltung.

Zum Schluss brachte Wilhelm Gröne ein berührendes Beispiel für die Wertschätzung von Gesangbüchern. In Württemberg wurden 1919 „den Heimgekehrten“ Gesangbücher überreicht, gestaltet mit einem Kreuz, an dem Rosen wachsen. Das hatte Symbolkraft: Bei allem, was ihr erlebt habt – was in diesem Buch steht, das bleibt und blüht.

Bei dem anschließenden Gespräch wurde ein Gedanke zur Zeit des Nationalsozialismus ergänzt: Nicht in allen Gemeinden wurden Lieder gesungen, die den erwähnten Beispielen entsprochen hätten, und so wurde z.B. das alte Arnsberg vor solchen Texten verschont.

Hier steht Ihnen das Veranstaltungsprogramm als pdf-Dokument zum Download zur Verfügung :


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TTIP

Transatlantisches Freihandelsabkommen – TTIP

Bei TTIP handelt es sich um ein geplantes Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU. Es wird weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Es beinhaltet alle Bereiche des wirtschaftlichen Zusammenlebens. Eine Fülle von Fragen ergibt sich. Z.B. Welche Standards werden in Zukunft dem Umweltschutz oder der Lebensmittelsicherheit zugrunde liegen? Welche Auswirkungen wird es auf den Arbeitsschutz oder das Lohnniveau haben? Werden tatsächlich neue Arbeitsplätze geschaffen und wenn ja, um welchen Preis? Profitieren wir alle oder werden die Weltkonzerne noch reicher? Wie wirkt sich das Abkommen zwischen Kanada und der EU (CETA) auf das mit den USA abzuschließende aus? Welche Auswirkungen hat das Abkommen auf den Handel mit den Schwellen- und Dritte-Welt-Ländern? Wie wirkt sich der Investorenschutz auf die einzelnen Staaten aus? Welche Macht erhalten die geplanten nicht-staatlichen Schiedsgerichte?

Auf diese und andere Fragen will die Referentin Antworten geben. Anschließend werden Fragen beantwortet.


Dienstag, den 02. Februar.2016, 19.00 – 21.00 Uhr,

Ort: Rittersaal, Altes Rathaus, Alter Markt 19, Arnsberg

Referentin: Birgit Weinbrenner, Institut für Kirche und Gesellschaft der Ev. Kirche von Westfalen (IKG)

In Kooperation mit der VHS Arnsberg-Sundern und der senaka

© Evangelische Akademie Arnsberg